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Samstag, 18. Juli 2009

Back for good!

Nach weit über einem Jahr ohne Lebenszeichen werde ich mein Blog nun mal wieder auf den neuesten Stand bringen, denn es ist währenddessen doch so einiges passiert, und auch die Besucherzahlen sind nach wie vor beachtlich.

Einige Kleinigkeiten in der Sidebar habe ich bereits geändert, aber auch mein Webalbum und meinen YouTube Channel werde ich nach und nach wieder mit neuen Inhalten füllen.

Da der Speicherplatz des Webalbums jedoch langsam aber sicher zur Neige geht, werde ich demnächst erstmal sämtliche bisher dort zu findenden Videos in den YouTube Channel verschieben.

Zuletzt habe ich einige meiner Fotos und Videos vom wirklich fantastischen B.B. King Konzert in Hamburg raufgeladen, bei welchem ich mitten in der ersten Reihe dabei sein durfte und sogar ein Autogramm vom legendären "King of Blues" auf meinem Tourbook ergattern konnte.

B.B. King - Signiertes Tourbook

Ein umfangreicher Konzertbericht hierzu wird in den nächsten Tagen ebenso folgen wie eine kurze Zusammenfassung meiner sonstigen erwähnenswerten Erlebnisse während des letzten Jahres.

Montag, 12. Mai 2008

Dickey Betts & Great Southern in der Blues Garage

Als eines der Gründungsmitglieder der Allman Brothers Band schrieb Dickey Betts Musikgeschichte.

Aus seiner Feder stammen Songs wie "Ramblin' Man" und "Blue Sky" sowie die grandiosen Instrumentals "In Memory Of Elizabeth Reed" und natürlich "Jessica".

Gestern spielte diese Legende des Southern Rock mit seiner Band in der Blues Garage in Isernhagen bei Hannover, einem in einem Gewerbegebiet gelegenen kleinen Club mit Platz für nur ca. 400 Besucher... Da kam wirklich regelrecht Wohnzimmeratmosphäre auf.

Andy Aledort, Duane Betts, Dickey Betts & Frankie Lombardi Dickey Betts

Knapp 150 wahrlich schweißtreibende Minuten, unterbrochen von einer ca. halbstündigen Pause, spielten Dickey Betts und seine Band sich und das Publikum regelrecht in Ekstase.

Zur Band gehören als weitere Gitarristen Duane Betts (der Sohn von Dickey Betts) und Andy Aledort, der Bassist Pedro Arévalo, Keyboarder Mike Kach sowie die beiden Drummer Frankie Lombardi und James Varnado.

Der Sound war zwar nicht immer perfekt (gelegentlich waren mal einzelne Instrumente oder auch der Gesang kaum zu hören), und es saß auch nicht unbedingt jeder Ton, aber das ist halt live und dürfte besonders bei einem Rockkonzert wie diesem wohl auch nur absolute Klangfetischisten wirklich gestört haben.

Dickey Betts, Frankie Lombardi, Duane Betts & Pedro Arévalo

Zu hören gab es unter anderem "Statesboro Blues", was als Opener dann auch sogleich die Marschrichtung vorgab, "Blue Sky", "Seven Turns", Hoochie Coochie Man", "Back Where It All Begins" und "One Way Out", ehe dann bei einer nahezu endlosen Version von "In Memory Of Elizabeth Reed" alle Bandmitglieder in langen Soli zeigen konnten, was sie draufhaben, wobei man besonders bei Duane Betts und den beiden Drummern schon fast Angst haben musste, dass diese jeden Moment explodieren.

Wie auch teilweise schon bei einigen Stücken zuvor, meinte man eher einer Jam Session zu lauschen als einem Konzert, es war einfach fantastisch.

Als Zugabe gab es dann später noch das Stück, worauf wohl jeder schon sehnsüchtig gewartet hat... "Jessica"!

Dickey Betts

Es war ein wirklich unglaubliches Gefühl, Dickey Betts aus nächster Nähe beim Spielen dieses legendären Klassikers auf die Finger schauen zu können.

Völlig verschwitzt verließ die Band danach die Bühne und bahnte sich ihren Weg durch das begeisterte und wohl nicht minder verschwitzte Publikum in Richtung Backstage-Raum.

Bevor er dann später endgültig die Blues Garage verließ, gab Dickey Betts noch ein paar Autogramme und signierte dabei unter anderem auch das Booklet meiner "The Official Bootleg" CD.

Dickey Betts - Autogramm

Schöner konnte dieser fantastische Abend wahrlich nicht enden.

Meine Fotos von dem Konzert sowie ein Video von "Jessica" habe ich bereits in mein Webalbum geladen.

Weitere interessante News und Infos über Southern Rock gibt es hier.

Am 11.07.2008 wird sich übrigens eine weitere Legende in der Blues Garage die Ehre geben, nämlich Buddy Guy, einer der wohl besten noch lebenden Bluesgitarristen.

Montag, 10. März 2008

Gary Moore live in Bremen

Gestern war es endlich so weit... Gary Moore spielte im Aladin in Bremen ein sehr stimmiges aber leider zu kurzes Konzert.

Im Vorprogramm trat Otis Taylor auf, dessen Musik mir auf CD zumindest teilweise gar nicht so schlecht gefällt, doch sein gestriger Auftritt löste wirklich sehr zwiespältige Gefühle in mir aus.

Ich bin mir noch immer nicht ganz sicher, ob das nun einfach die extremste mir bisher untergekommene Art von Blues war oder doch das schlechteste Vorprogramm, welches ich je erlebt habe.

Otis Taylor spielte solo, sitzend, und begleitete seinen Gesang mit Gitarren und Banjo, wobei er den Klang der Instrumente meist mit Echo-Effekten verfremdete und dadurch einen sehr monotonen, gespenstischen und irgendwie schon fast verstörenden Sound erzeugte.

Zwischen den Stücken war ich mir manches Mal nicht einmal sicher, ob er nun sein Instrument stimmt, oder ob das bereits ein neues Stück sein soll.

Ein wirklich sehr seltsamer Auftritt, der aber auf irgendeine Weise auch durchaus eine gewisse Faszination bei mir auslöste.

Nachdem dieser Teil des Abends nebst der obligatorischen Umbaupause überstanden war, betrat Gary Moore mit seiner Band die Bühne und legte auch gleich ordentlich los.

Das Gleichgewicht zwischen schnelleren Rocksongs und eher langsamem Blues war nahezu perfekt, und natürlich gab Gary Moore auch zahlreiche seiner grandiosen Gitarrensoli zum Besten, welche vom Publikum stets euphorisch mit Applaus bedacht wurden.

Sein nahezu schmerzverzerrter Gesichtsausdruck während dieser Soli war oftmals schon fast beängstigend, doch ganz offensichtlich ist das nur ein Zeichen dafür, wie sehr dieser Mann in der Musik versinkt.

Sam Kelly, Gary Moore & Pete Rees

Neben eigenen Songs von Gary Moore gab es natürlich auch Songs anderer Bluesmusiker zu hören, und auch einige neue Songs schafften es in das Set, welche bereits auf ein sehr interessantes und erneut stark blueslastiges neues Album hoffen lassen.

Als gegen Ende des Konzertes dann "Still Got The Blues" begann, hatte ich schon fast Tränen in den Augen, da ich diesen Song einfach wunderschön finde und er zudem auch einer der Songs ist, durch die ich die Musik von Gary Moore seinerzeit für mich entdeckte.

Nach nur knapp 90 Minuten war mit "The Blues Is Alright" in einer meiner Meinung nach doch etwas zu langen Version mit Otis Taylor und einem Gastgitarristen das Konzert dann auch bereits vorbei, wobei ich irgendwie das Gefühl hatte, dass da noch etwas fehlte.

Ein eher ruhiger Song zum Runterkommen hätte als Abschluss sicherlich besser gepasst, aber insgesamt betrachtet war es ein doch sehr mitreißendes Konzert.

Einige Fotos des Konzertes habe ich bereits in mein Webalbum geladen, und die Setlist gibt es als Kommentar zu diesem Beitrag.

Aktuelle Infos und Setlisten weiterer Gary Moore Konzerte sind übrigens auf dieser sehr liebevoll aufgemachten Website zu finden.

Dienstag, 4. März 2008

R.I.P. - Jeff Healey

Sein vor 20 Jahren erschienenes erstes Album hieß ebenso treffend wie auch zweideutig "See The Light", denn Jeff Healey war schon seit seiner frühesten Kindheit blind.

Nur wenige Wochen vor der Veröffentlichung seines neuen Blues-Albums "Mess Of Blues" und seiner langerwarteten Tour verstarb dieser unglaublich begnadete Musiker am vergangenen Sonntag in seiner Heimatstadt Toronto an der Krebserkrankung, die ihn fast Zeit seines Lebens begleitete.

Er wurde nur 41 Jahre alt.

Seinen Fans wird Jeff Healey stets als genialer Gitarrist, hervorragender Blues-Sänger und begeisterter Jazz-Trompeter in Erinnerung bleiben.

Sowieso unvergessen bleibt seine einmalige Art des Gitarrenspiels, die er sich aufgrund seiner Blindheit schon früh aneignete...



Leider war es mir nicht vergönnt, dieses Gitarrengenie selbst einmal live zu erleben, mein Ticket für das Konzert in Hamburg am 06.04.2008 wird nun ungenutzt bleiben.

Sein musikalisches Vermächtnis jedoch wird sicherlich noch eine sehr lange Zeit überdauern, denn seine Musik ist wahrlich viel zu gut, um einfach in Vergessenheit zu geraten.

"See The Light"... Jeff Healey ist dem Licht nun gefolgt, und sicherlich jammt er irgendwo "da oben" bereits mit George Harrison und Stevie Ray Vaughan mit denen er bereits zu Lebzeiten zusammenarbeiten durfte.

You'll be missed!

Montag, 11. Februar 2008

Chris Rea kann es (zum Glück) einfach nicht lassen...

Es ist noch gar nicht allzu lange her, dass Chris Rea sich auf seine Farewell Tour 2006 mit dem vielsagenden Titel "The Road To Hell And Back" begab, doch der Abschied sollte nicht lange währen, denn in diesen Tagen ist er bereits wieder unterwegs.

Chris Rea - EarBook Cover

Erst am vergangenen Freitag erschien das neue EarBook von Chris Rea mit The Delmonts und The Hofner Bluenotes, seinen beiden "fiktiven" neuen Bands, welche jedoch aus exakt denselben Musikern bestehen.

Diese sind neben Chris Rea selbst seine langjährigen Begleiter Robert Ahwai (Gitarre) und Martin Ditcham (Drums), sowie die Neuzugänge Neil Drinkwater (Keyboard) und Colin Hodgkinson (Bass).

Das EarBook überzeugt sowohl durch eine sehr ansprechende Optik als auch eine wirklich opulente Aufmachung.

Neben insgesamt 3 CDs mit neuer Musik (1 CD von The Delmonts und 2 CDs von The Hofner Bluenotes im Vinyl-Look) enthält es noch zwei Vinylplatten, auf denen nochmals der komplette Inhalt der The Delmonts CD enthalten ist, so dass der Hörer wählen kann, ob er den darauf zu hörenden Retrosound lieber digital oder ganz stilecht analog anhören möchte.

Chris Rea - EarBook Inhalt

Musikalisch geht es bei The Delmonts ausschließlich instrumental zur Sache, wobei man sich nicht selten an den Pulp Fiction Soundtrack erinnert fühlt.

The Hofner Bluenotes bieten dagegen dann wieder eher bluesigere Töne, wie man sie ja bereits von den letzten Alben von Chris Rea kennt.

Zusätzlich zu den Tonträgern gibt es in dem EarBook aber auf 80 Seiten auch noch so einiges zu lesen (die fiktive Geschichte der Bands) und anzuschauen (interessante Fotos und neue Gemälde von Chris Rea, wie man sie bereits aus dem "Blue Guitars" EarBook kennt).

Alles in allem ist dieses EarBook ein wirklich rundum gelungenes Paket, dem man auch sofort anmerkt, wieviel Spaß die Beteiligten sowohl musikalisch als auch gestalterisch daran hatten.

Die aktuelle Tour läuft dann auch ganz im Zeichen des EarBooks unter dem Motto "Chris Rea presents the Return of The Fabulous Hofner Bluenotes Tour 2008 with Special Guests The Delmonts".

Beim gestrigen Konzert in Hamburg war auch ich dabei und kann nun auf einen rundum gelungenen Abend zurückblicken.

Gleich nach dem Betreten des großen Saals der wunderschönen Laeiszhalle (Musikhalle) fiel sofort das tolle Bühnenbild ins Auge, welches aus einem riesigen Vorhang mit typischen Gitarrengemälden von Chris Rea bestand, wovor zahlreiche echte Gitarren aus verschiedenen Jahrzehnten aufgehängt waren, was der Bühne einen sehr plastischen Eindruck verlieh und keinerlei Zweifel daran offen ließ, welches Instrument bei Chris Rea im Vordergrund steht.

Chris Rea - Bühnenbild

Ähnlich wie das EarBook bestand auch das Konzert aus zwei Teilen.

Es begann mit einem gut 30 minütigen Auftritt als The Delmonts, wobei der scharfe Instrumentalsound dieser Tracks doch so einige Besucher merklich überrascht hat, denn eine solche Musik ist sicherlich nicht unbedingt das, was man von Chris Rea nach seinen sehr bluesorientierten letzten Alben erwartet hätte.

Da das neue EarBook zudem noch recht frisch ist, haben viele es wohl vor dem Konzert noch nicht gehört und bekamen nun statt des wahrscheinlich erwarteten Blues / Pop doch gänzlich andere Töne zu hören, welche mich persönlich jedoch wirklich rundum überzeugen konnten, und auch einmal mehr bewiesen, dass Chris Rea noch immer unberechenbar ist.

Nachdem die Herren ihr eigenes Vorprogramm absolviert hatten, wechselte Chris Rea kurz sein The Delmonts T-Shirt gegen ein Muskel-Shirt seines Labels Jazzee Blue, und es ging direkt weiter mit The Hofner Bluenotes.

Chris Rea Chris Rea & Colin Hodgkinson

Dieser Teil des Konzertes erinnerte nicht selten an die letzte Tour, doch da mir diese bereits sehr gut gefiel und ich es alleine schon genieße, Chris Rea beim Spielen der Gitarre zuzusehen, empfand ich das überhaupt nicht als negativ.

Natürlich gab es auch wieder einige der unvermeidlichen Hits im ebenfalls von der letzten Tour bekannten "neuen" Gewand zu hören, was zumindest bei denjenigen, die bei der letzten Tour nicht dabei waren, zu so manchem Überraschungsmoment geführt haben dürfte.

Neil Drinkwater, Robert Ahwai, Martin Ditcham, Chris Rea & Colin Hodgkinson

Von der Popmusik, mit der er einst mal erfolgreich wurde, hat sich Chris Rea mittlerweile jedenfalls fast gänzlich verabschiedet, und betrachtet man sich einmal seine sicherlich eher unkonventionellen letzten Veröffentlichungen, so entsteht auch durchaus der Eindruck, dass ihn sämtliche kommerziellen Aspekte des Musikbusiness überhaupt nicht mehr interessieren.

Zu beweisen hat er sich sicherlich nichts mehr, und führt man sich einmal vor Augen, dass seine Konzerte nach wie vor meist ausverkauft sind, so scheint dieses Konzept auch durchaus aufzugehen.

In Hamburg waren vor der Laeiszhalle jedenfalls noch so einige Leute auf der Suche nach einem Ticket und auch dazu bereit, hohe Beträge dafür zu zahlen.

Ich wünsche Chris Rea wirklich von ganzem Herzen, dass seine Gesundheit auch weiterhin so stabil bleibt wie bisher, und dass er uns noch viele Jahre mit seiner tollen Musik und ebenso tollen Konzerten erfreuen wird.

Weitere Fotos, die ich während des Konzertes aufgenommen habe, sowie ein Video von "On The Beach" sind in meinem Webalbum zu finden.

Die komplette Setlist beider Teile des Konzertes gibt es für alle Neugierigen als Kommentar zu diesem Beitrag.

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Rockin' Dezember mit Bruce und Blues

Nun ist das Jahr 2007 also auch schon fast wieder vorbei, aber zumindest für mich hat der Dezember noch einmal (bzw. eigentlich sogar dreimal) ordentlich gerockt.

Am 02. Dezember machte ich mich auf den langen Weg nach Mannheim, wo am Abend in der SAP Arena das erste von zwei Deutschland Konzerten von Bruce Springsteen und seiner E Street Band stattfinden sollte.

Bereits Ende November wurde bekannt, dass Danny Federici, immerhin eines der Urgesteine der Band, in Europa aufgrund einer Hautkrebstherapie nicht dabei sein kann und stattdessen Charles Giordano von der Seeger Sessions Band mit auf der Bühne stehen wird, was auch sicherlich nicht nur bei mir so einige Skepsis hervorrief... Würde es trotzdem dasselbe sein?

Das Wetter und die Verkehrslage waren nicht gerade auf meiner Seite, und als ich gegen 17:00 Uhr an der Arena ankam, peitschte ein ordentlicher Wind den Regen quer durch die bereits an den Eingängen wartenden Massen.

Ich beschloss deshalb, die Zeit bis zum Einlass doch lieber im Parkhaus im verhältnismäßig warmen Auto zu verbringen.

Als ich mich dann gegen kurz nach 18:00 Uhr wieder vor die Arena begab, hatte der Einlass bereits begonnen, und die Schlange der Wartenden war bereits merklich geschrumpft.

Für einen Platz im Pit-Bereich direkt vor der Bühne hat es natürlich nicht mehr gereicht, doch in Anbetracht des relativ übersichtlichen Innenraums der SAP Arena hätte ich mich auch mit einem Platz an deren hinterem Ende zufrieden gegeben.

Letztendlich fand ich aber einen Platz rechts ca. in der Mitte der Arena, von welchem aus ich einen nahezu ungestörten Blick auf die Bühne hatte.

Seltsamerweise sprang der Funke bei mir an diesem Abend allerdings nicht sofort über, als nach einem kurzen Orgel-Intro mit "Radio Nowhere" das Konzert begann.

Die gute Stimmung war zwar durchaus von Anfang an da, aber irgendetwas fehlte, und ich kann auch bis heute nicht wirklich sagen, was genau das nun war.

Erst nach den ersten Songs packte mich das gewohnte E Street Band Fieber dann wieder so, wie ich es von zurückliegenden Konzerten gewohnt war, und eine angenehme Euphorie überkam mich.

Spätestens bei der unglaublich packenden Version von "Reason To Believe" dürfte wohl auch dem letzten Zweifler in der Arena klar geworden sein, dass diese Band die Musik nicht nur spielt sondern sie wirklich lebt.

Auch Charles Giordano fügte sich nahezu perfekt in die bereits seit vielen Jahren zusammen spielende Band ein und machte damit (leider) deutlich, dass auch Danny Federici doch irgendwie ersetzbar ist, zumindest was das Musikalische angeht.

Was jedoch den menschlichen Faktor angeht, wird ein Danny Federici in der E Street Band aber wohl niemals wirklich zu ersetzen sein.

Neben zahlreichen Songs des aktuellen "Magic" Albums wurden natürlich auch wieder viele der älteren Songs gespielt, welche immer wieder zu großen Begeisterungsstürmen in der Arena führten.

Neben unverwüstlichen Klassikern wie "No Surrender", "Badlands" und "Born To Run" waren das an diesem Abend z.B. auch eher selten gespielte Perlen wie "Jackson Cage", "Working On The Highway" oder "Tunnel Of Love".

Als im Zugabenblock dann jedoch auch noch "Santa Claus Is Coming To Town" folgte, war die Arena endgültig am kochen, denn diesen Song hat man hierzulande nun schon sehr lange nicht mehr hören dürfen.

Nach dem Konzert machte ich mich begeistert wieder auf den Heimweg, welcher sogar noch anstrengender war als der Hinweg, denn extrem starker Wind und gewaltige Regengüsse sorgten fast die gesamte Strecke über für schlechte Sicht und eine ständige Rutschgefahr, was bei einer Strecke von immerhin über 500 km wahrlich nicht sonderlich angenehm ist.

Die schönen Erinnerungen an das zuvor erlebte Konzert ließen aber auch diese Strapazen relativ erträglich werden.

Am 13. Dezember machte ich mich dann ein weiteres Mal auf die Reise zu einem Konzert von Bruce Springsteen und der E Street Band, dieses Mal nach Köln in die Kölnarena.

Schon die Hinfahrt war sehr viel angenehmer als die nach Mannheim, und auch die Parkplatzsuche erwies sich dank der guten Ausschilderung rund um die Arena als erstaunlich stessfrei.

Weniger schön war jedoch der dichte Verkehr im Kölner Ring, welcher auch dazu führte, dass ich erst relativ spät die Arena erreichte.

In der Arena angekommen war ich jedoch stark überrascht, denn ich hatte diese sehr viel größer in Erinnerung.

Somit ergatterte ich trotz meiner späten Ankunft einen Platz nur wenige Meter hinter dem Pit-Bereich, welcher sich von der Sicht her im Laufe des Abends als absolut perfekt erweisen sollte und mir den wohl besten Blick über die gesamte Bühnenbreite ermöglichte, den ich je bei einem Bruce Springsteen Konzert hatte.

Schon von Anfang an, sogar noch bevor das Konzert überhaupt begonnen hatte, war an diesem Abend bereits der Funke auf mich übergesprungen, welcher mich in Mannheim ja leider erst nach den ersten Songs so richtig erreicht hatte.

Irgendwie war mir sofort klar, dass dieser Abend wirklich magisch werden würde, und ich sollte Recht behalten.

Als direkt nach dem grandiosen "Reason To Believe" die ersten Klänge von "Because The Night" erklangen, hatte ich wirklich Angst, dass das Dach der Arena wegfliegen würde.

Eine solche Stimmung habe ich wirklich nie zuvor bei einem Konzert erlebt... Der Refrain erklang aus tausenden Kehlen, jeder im Publikum schien für einen Moment lang ein Teil der E Street Band zu sein, und Nils Lofgren drohte während seines absolut wahnsinnigen Gitarrensolos vor lauter Energie sogar schon fast zu explodieren.

Was alleine während dieses Songs in der Arena geschah, kann man nicht wirklich in Worte fassen, das muss man einfach selbst erlebt haben, und wäre das Konzert nach diesem Highlight bereits vorbei gewesen, wäre es wohl trotzdem zweifellos eines der besten gewesen, welche ich je gesehen habe.

Später kehrte mit "Waitin' On A Sunny Day" einer der Stimmungsmacher der "The Rising" Tour zurück, welcher dieses Mal jedoch deutlich straffer und von jeglichem Ballast befreit gespielt wurde, was sowohl dem Song als auch der Stimmung sehr zugute kam.

Direkt danach folgte dann der zweite überlebensgroße Moment des Abends für mich... "The River".

Schon seit vielen Jahren liebe ich diesen Song, und es war schon lange mein Traum, ihn endlich einmal in der Band-Version zu erleben.

Heute sollte dieser Traum nun also tatsächlich in Erfüllung gehen, und ein Gefühl von vollkommener Begeisterung paarte sich mit einer doch merklich zugeschnürten Kehle.

Eine derartige Gänsehaut hatte ich wohl zuletzt, als ich auf der "Devils & Dust" Tour in Hamburg genau diesen Song im Doppelpack mit "Tougher Than The Rest" in einer einfach wunderschönen Piano-Version erleben durfte.

Die nächste Überraschung kam dann mit "Kitty's Back", welches unglaublich druckvoll und energiegeladen gespielt wurde und den Bandmitgliedern auch viel Raum für ihre Soli ließ, wovon besonders Charles Giordano profitieren sollte, der dem Publikum erneut eindrucksvoll beweisen konnte, wie gut er sich doch in diese perfekt aufeinander eingespielte Band einzufügen vermag.

Sollte irgendjemand mal, aus welchen Gründen auch immer, in die zumindest bandhistorisch betrachtet undankbare Situation kommen, Danny Federici dauerhaft in der E Street Band ersetzen zu müssen, dann dürfte Charles Giordano wohl die beste Wahl für diese Aufgabe sein.

Nach einem schweißtreibenden "American Land" schien das Konzert dann auch endgültig vorbei zu sein, denn nicht nur das Publikum war nun völlig erschöpft, auch Bruce Springsteen selbst ließ sich einfach rückwärts auf die Bühne fallen und blieb dort auch einige Zeit so liegen, ehe er umringt von seiner Band wieder auf die Beine kam und direkt weiter rockte.

Auch heute kam "Santa Claus" also wieder in die Stadt und mit ihm, wie bei Bruce Springsteen Konzerten in Köln üblich und von vielen wohl mehr oder weniger wohlwollend erwartet/befürchtet, Wolfgang Niedecken, welcher dieses Mal jedoch sehr zurückhaltend agierte und somit selbst diejenigen kaum gestört haben dürfte, die ihn aus welchen Gründen auch immer einfach nicht mögen (wollen).

Alleine der Anblick von "Big Man" Clarence Clemons mit einer Santa-Mütze auf dem Kopf war schon wirklich klasse, aber als sich dann auch noch Bruce Springsteen selbst eine solche Mütze aufsetzte und durch einige schnelle Kopfbewegungen deren Bommel in rasende Rotation versetzte, erreichte die Stimmung in der Arena einen weiteren und leider auch letzten Höhepunkt.

Ich habe Bruce Springsteen nun schon zahlreiche Male live erlebt, sowohl solo als auch mit der Seeger Sessions Band und natürlich der E Street Band, aber dieser Abend in Köln war zweifellos, und da dürfte mir wohl wirklich jeder Besucher zustimmen, etwas ganz Besonderes.

An diesem Abend fügten sich viele kleinere Faktoren zu einem ganz großen Ganzen zusammen, was wohl keiner so schnell vergessen wird, der hier dabei sein durfte.

Beide Konzerte waren zwar etwas kürzer als man es normalerweise von Bruce Springsteen (gerade mit der E Street Band) gewohnt ist, dafür waren es aber auch richtig druckvolle, straffe Rockkonzerte ohne jegliche unnütze Längen.

Eine ausführliche Bandvorstellung ist sicherlich für viele eine nette Sache, nimmt einem Konzert aber doch vielleicht auch irgendwie etwas den Drive.

In diesem Jahr wurde die Band nur kurz und knapp am Ende des Konzertes vorgestellt, ansonsten folgte einfach Song auf Song.

Wer ein nicht selbst erlebtes Konzert nur aufgrund der Setlist und der Länge beurteilen möchte, der kann das gerne tun, aber dass die Länge nun einmal nicht alles ist, das ist ja bereits aus anderen Bereichen des täglichen Lebens bekannt.

Die kompletten Setlisten beider Konzerte gibt es für alle Neugierigen aber dennoch als Kommentar zu diesem Beitrag.

Nach diesen beiden fantastischen Bruce Springsteen Konzerten folgte am 21. Dezember noch ein Blues Konzert in heimatlichen Gefilden.

Die Hamburg Blues Band sollte mit Chris Farlowe und Clem Clempson in Charly's Musikkneipe in Oldenburg spielen.

Der Name Hamburg Blues Band wird vielen sicherlich nicht unbedingt ein Begriff sein, doch bei deren Mitgliedern handelt es sich ausnahmslos um hochkarätige deutsche Rockmusiker.

Drummer Hans Wallbaum spielte so z.B. bereits für Westernhagen und Chuck Berry, und Bassist Michael Becker spielt neben der Hamburg Blues Band auch noch bei Lake, genauso wie auch der Gitarrist der Band, der grandiose Alex Conti.

Früher war auch noch Dick Heckstall-Smith, der ehemalige Colosseum und Bluesbreakers Saxophonist, Mitglied der Band, welcher jedoch leider 2004 verstarb.

Bereits vor Konzertbeginn wurde meine gute Laune etwas gedämpft, da bekannt wurde, dass Chris Farlowe aus Krankheitsgründen nicht auftreten würde.

Dafür wurde aber ein Teil des Ticketpreises erstattet, welcher dann auch sogleich in ein stimmungsförderndes Bier umgesetzt wurde.

Als die Band später auf die Bühne kam, rockte sie gleich ordentlich drauf los, und wie schon so einige Male zuvor war ich von dem tollen Sound in diesem relativ kleinen Laden überrascht.

Ich stand direkt vor der Bühne, und beim Anblick der über die Gitarrensaiten flitzenden Finger von Alex Conti wurde mir manches Mal fast schwindelig.

Was dieser Mann aus seiner Gitarre zaubert ist wirklich unglaublich, und er gehört sicherlich zu Recht zu den besten deutschen Gitarristen.

Als wäre das aber noch nicht genug, kam etwas später aber auch noch Clem Clempson mit auf die Bühne, welcher vielen als Gitarrist von Colosseum und Humble Pie bekannt sein dürfte, und danach gab es nun auch endgültig kein Halten mehr.

Clem Clempson und Gert Lange, die "Monster-Röhre" der Hamburg Blues Band, wechselten sich mit dem Gesang ab, Clem Clempson und Alex Conti gaben sich wahnwitzige Gitarrenduelle, und das hervorragende Slide-Spiel von Clem Clempson bereicherte den ansonsten eher derben Sound der Band um ein paar schon nahezu filigrane Nuancen.

Auf das kommende gemeinsame Album der Hamburg Blues Band und Clem Clempson darf man wirklich mehr als gespannt sein.

Als das Konzert nach energiegeladenen knapp 3 Stunden vorbei war, hatten die meisten Besucher wohl schon fast vergessen, dass da ja eigentlich auch noch Chris Farlowe mit auf der Bühne stehen sollte.

Die Band versprach jedoch, den gemeinsamen Auftritt mit Chris Farlowe bald nachzuholen, und den lasse ich mir auch sicherlich nicht entgehen.

Bei der Energie, die die Hamburg Blues Band nun bereits mit Clem Clempson freisetzte, dürfte wohl endgültig die Luft brennen, wenn sich auch noch Chris Farlowe dazugesellt.

Das war er also, mein "Rockin' Dezember mit Bruce und Blues", in zwei großen Arenen in der Ferne und einer gemütlichen Kneipe in der Heimat.